Verpasste Chance

Thomas Oppermann

Wenn Beteiligung zum Fetisch wird.

Die Bezirksvertretung Innenstadt Nord hätte am 08.12.2021 mehrheitlich die Nettelbeckstraße in Willi-Hoffmeister-Straße umbenennen können, doch es blieb bei einer Möglichkeit. Trotz der Tatsache, dass sich alle in der Bezirksvertretung einig waren, konnte lediglich ein Kompromiss erzielt werden, weil sich insbesondere die Vertreter:innen der Grünen und Linken als unflexibel und dogmatisch erwiesen. Das ist absurd. Als die Bezirksvertretung im Dezember letzten Jahres mehrheitlich die Umbenennung der Nettelbeck-Straße beschloss, geschah dies ohne Befragung oder Beteiligung der Anwohner:innen. Stattdessen wurde beschlossen, dass diese und andere Gruppen, wie Antirassismus-Initiativen bei der Suche nach einem neuen Namen für die  Straße beteiligt werden.

Das war im Dezember, wenige Monate später, Anfang August dieses Jahrs verstarb Willi Hoffmeister. Es ist in den letzten Wochen viel über die Verdienste und Aktivitäten von Herrn Hoffmeister geschrieben worden, nicht zuletzt wurde Willi Hoffmeister für sein jahrzehntelanges Engagement wenige Tage vor seinem Tod mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Unser Vorschlag die Nettelbeck-Straße in Willi-Hoffmeister-Straße umzubenennen, stieß dabei in der Bezirksvertretung auf Zustimmung wurde jedoch von den linken und grünen Mitgliedern abgelehnt, weil ja im letzten Dezember 2020 ein Beteiligungsverfahren beschlossen wurde.

Beschlüsse können geändert werden, wenn sich eine andere Sachlage ergibt. Hier hätte die Bezirksvertretung Nord die historische Chance gehabt einem kürzlich verstorbenen Dortmunder, der sich um die Gesellschaft verdient gemacht hat, ein würdiges Andenken zu setzen.

Angesehen von dieser verpassten Chance, ist der beschlossene Kompromiss, dass die Bezirksvertretung für das Beteiligungsverfahren „Willi-Hoffmeister“ als Vorschlag einbringen wird, eine Farce. Nachdem die Bezirksvertretung nun in Rahmen eines Beteiligungsverfahrens weitere Vorschläge einholt, wird sie diese konkurrierend zu ihrem eigenen Vorschlag abstimmen.

Hier wird die Entscheidung also de facto nur vertagt. Gleichzeitig machen Linke und Grüne deutlich, dass natürlich nicht jeder Vorschlag aus dem Beteiligungsverfahren angenommen werden kann. Die Vorschläge müssten schon „würdig sein“, wie Frau Wimmer von den Linken betonte. Was genau damit gemeint ist, bleibt offen.

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